Antoine
Tamelhadd
Beschreibung:
Werte:
ATTRIBUTES
STR 2 / DEX 2 / STA 2
CHA
3 / MAN 2 / APP 3
PER 3 / INT 4 / WIT 3
ABILITIES
ALE 2 / ATH 1 / DOD 1 / EMP 3 / EXP 3 / KEN 2 / STR 3 / SUB 1
ETT 2 / MEL 1 / PER 3 / STE 2 / SUR 3
DRL 1 / ENI 2 / GRE 2 / LIN 1 / MYL 1 / POL 1
BACKGROUNDS
Dreamer 1 / Equipment 1
ARTS
Soothsay 3
REALMS
Actor 4 / Scene 3
TEMPERS
GLA 6 / WIL 6 / BAN 3
Aussehen/Fähigkeiten
(mundane):
...
Aussehen/Fähigkeiten
(fae / near dreaming):
Alle schimärischen
Gegenstände werden zu realen Gegenständen;
Wissen, das in dieser Region erlangt wurde, wird beim Verlassen vergessen;
das Dreaming aborbiert Banality Punkte (1 Punkt pro Woche);
alle Cantrips sind Wyrd - immer ein Glamour nötig, Schwierigkeit
für Cantrips -1;
Temporäres Glamour regeneriert sich mit einem Punkt pro Tag.
Spirit
Pathway: Alarmsignal, wenn sich eine Gefahr nähert; finden
den nächsten Trod finden.
Talecraft: Für die Dauer einer Geschichte entsteht eine
Schimäre, die diverse Aufgaben der Geschichte erfüllt.
Recklessness: Jede Herausforderung muß angenommen werden,
oder 1 Punkt Willpower muß ausgegeben werden.
Aussehen/Fähigkeiten
(far dreaming):
Alle schimärischen Gegenstände werden zu realen Gegenständen;
Wissen, das in dieser Region erlangt wurde, wird beim Verlassen vergessen;
das Dreaming aborbiert Banality Punkte (1 Punkt pro Woche);
alle
Cantrips sind Wyrd, kein Glamour nötig, Schwierigkeit für
Cantrips -2 (Minimum von 2);
Temporäres Glamour regeneriert sich mit einem Punkt pro Stunde.
Spirit
Pathway: Alarmsignal, wenn sich eine Gefahr nähert; finden
den nächsten Trod finden.
Talecraft: Für die Dauer einer Geschichte entsteht eine
Schimäre, die diverse Aufgaben der Geschichte erfüllt.
Recklessness: Jede Herausforderung muß angenommen werden,
oder 1 Punkt Willpower muß ausgegeben werden.
Aussehen/Fähigkeiten
(deep dreaming):
Alle schimärischen
Gegenstände werden zu realen Gegenständen;
Wissen, das in dieser Region erlangt wurde, wird beim Verlassen vergessen;
das Dreaming aborbiert Banality Punkte (1 Punkt pro Woche);
alle
Cantrips sind Wyrd, kein Glamour nötig, Schwierigkeit für
Cantrips -2 (Minimum von 2);
Temporäres Glamour regeneriert sich mit einem Punkt pro Stunde
und durch Essen und Getränke. Während des Aufenthalt im Deep
Dreaming ist das permanente Glamour +1.
Spirit
Pathway: Das Ziel einer Queste wird klar. Eine mögliche Gefahr
wird erkannt, aber negiert.
Talecraft: Geschichten schaffen Schimären, die in der Folge
freu und unabhängig überleben.
Recklessness: Die Annahme einer Herausforderung kann zwar verzögert
werden, aber nicht abgelehnt werden.
Hintergrundgeschichte:
Antoine
Tamelhadd
Vater: Said Tamelhadd, Sicherheitsberater in der algerischen Botschaft
in Paris
Mutter: Louisa Tamelhadd (verstorben)
Geschwister: Anne Tamelhadd (verstorben)
Als Antoine
noch ein Junge war, lebte er mit seiner Familie die meiste Zeit des
Jahres mit seiner Familie in Algiers. Algiers ist eine große, laute
Stadt mit viel Verkehr und schmutzigen Straßen. Soweit Antoine sich
erinnern kann, hat er davon aber nie viel gesehen, denn seine Familie
war reich. Nicht wirklich reich, aber reich genug, um eine teure Wohnung
mit Treppen, mehreren Badezimmern und großen Teppichen zu besitzen.
Sie hatten sogar einen kleinen Garten und einen Balkon mit vielen Blumen.
Die Stadt und all ihre Händler, Bettler, Polizisten und hungrigen Kinder
hat Antoine meistens aus den Fenstern eines voll klimatisierten Autos
gesehen. Antoine ist auch auf eine eigene Schule gegangen. Dort waren
die meisten Kinder weiß und sprachen nur schlecht Arabisch.
Antoine erinnert sich, daß seine Eltern häufiger fremde Gäste hatten,
mit denen sie fast immer Französisch sprachen. Feste Freunde schienen
seine Eltern nicht zu haben. Ständig kamen andere Leute mit anderen
Kindern. Ab und zu gab es auch größere Empfange, aber die hatten nichts
mit Antoines Vater, sondern mit seiner Mutter zu tun. Alle zogen sieh
vornehm an und mussten sehr diszipliniert sein. Antoine verwirrten diese
Abende immer sehr. Ständig traten neue Gesichter vor ihn, erzählten,
was für ein hübscher junger Mann er sei, und gingen wieder. Wie gesagt:
es war verwirrend.
Wie Antoine
später herausfand, war seine Mutter Schriftstellerin und Aushängeschild
einer jungen Autorengeneration. Ihre Gedichte und Geschichten reflektierten
die Verträumtheit und selbstbewusste Hoffnung einer jungen Nation. Antoine
hatte früh versucht, ihre Bücher zu lesen, aber die politischen Hintergründe
und komplizierten Dialoge der Romanfiguren waren zu irritierend und
undurchschaubar für ihn. Louisas Gedichte hatten ebenso eine schwer
greifbare Dimension, eine Doppeldeutigkeit. Aber Antoine konnte sie
früher lesen, weil sie ihm Farbfreudigkeit und Bilderreichtum boten,
die ihm neue Welten eröffneten. Louisa saß oft in ihrem Arbeitszimmer
und durfte nicht gestört werden. Manchmal war sie auch auf Reisen im
Ausland, und Antoine fühlte sich alleingelassen. Er genoss die Zeit,
die sie miteinander verbringen durften. Sie war weich und zärtlich.
Sie hörte ihm zu, wenn ihm die Welt zu groß und furchterregend erschien,
und sie gab ihm Kraft und das Lachen, das er von seinem Vater selten
hörte. Antoines Vater arbeitete für die Regierung, und das erste, was
Antoine über die Arbeit seines Vaters lernte, war, daß er seinen Vater
nicht bei der Arbeit besuchen durfte. Said erzählte auch nie von seiner
Arbeit beim Abendessen, wie es andere Väter taten. Antoines Vater arbeitete
für den algerischen Geheimdienst. Auch Said war oft auf Reisen unterwegs.
Manchmal verschwand er plötzlich tagelang, und Mine Mutter erklärte
dann, da er arbeiten müsse. Weil sie abends manchmal weinte, beikam
Antoine dann auch Angst und tröstete seine Mutter. Said kam aber immer
irgendwann wieder, so daß Antoine sich daran gewöhnte. Wenn Vater verschwand,
mußte er etwas starker, artiger und verantwortungsvoller sein, um seine
Mutter trösten zu können. Antoine war ein verschlossenes, verträumtes
Kind.
1992:
Antoine
liebte das Haus außerhalb von Adrar. In den Schulferien oder an langen
Wochenenden, flog seine Familie oft in den Süden, und genoss die Stille
des Landlebens und den Komfort des Landhauses. An diesem Tag war es
heiß und trocken, und die Rasensprenger ringsum zischelten und drehten
ihre Köpfe. Die Fontänen, die sie ausspieen, hinterließen das schillernde
Funkeln eines Miniaturregenbogens in der Luft. Antoine ließ das Buch
in seinen Händen sinken und sog die feuchte Luft tief ein. Es war wie
im Paradies. Das Haus war still, denn die kleine Anne lag in ihrer Wiege
und schlief. Louisa saß an ihrem Schreibtisch und schrieb an ihrem neuesten
Roman. Außer dem trockenen Rascheln der Palmen, war nur das Zischeln
der Wasserspeier zu hören. Die Sonne stand hoch am Himmel, so dass Antoine
die Augen bedecken mußte, als er zu ihr aufschaute.
Er blinzelte. Ein kleiner dunkler Fleck bewegte sich am Himmel in geschwungenen
Bögen, stieg auf und ließ sich wieder fallen. Antoine setzte sich auf
und schaute genauer hin. Ein Falke! Er bewunderte dieses stolze und
elegante Tier. Der Anblick eines Falken war selten, und Antoine spürte
sein Herz vor Aufregung schneller schlagen.
Er schwang seine Beine von der Liege, um Louisa zu rufen, als er das
Klirren von Glas hörte. Das Blut in Antoines Adern erstarrte zu Eis.
Er hörte jetzt Stimmen. Laute Männerstimmen, mehr Lärm. Einen hellen
Schrei. Ein Krachen. Es war wie im Traum. Antoine wollte sich bewegen,
aber er war festgefroren. Er wollte schreien, seiner Mutter helfen.
Er hörte sie kreischen. Er konnte ihre Worte verstehen. Sie flehte um
ihr Leben. Die Männerstimmen waren lauter. Ein längerer Schrei seiner
Mutter brach plötzlich ab.
Antoine erwachte plötzlich. Er drehte sich um und stürzte zwischen die
dicht gepflanzten Büsche. Er fiel hin und presste sich dicht auf den
Boden, um nicht entdeckt zu werden. Er zitterte am ganzen Leib und sein
Herz schlug schmerzhaft schnell. Plötzlich tauchte ein Schatten aus
der Terrassentür auf und trat in das Licht. Antoine hielt die Luft an.
Der Mann trug Militärhosen, ein gewöhnliches T-Shirt und hatte eine
gewaltige Axt in der Hand. An seinem Gürtel hing ein unförmiger Gegenstand:
eine Pistole. Besonders auffällig war der dichte, buschige Bart in seinem
Gesicht. Antoine schluckte und spürte Tranen in sich aufsteigen: ein
Terrorist. Er wusste ganz plötzlich, dass seine Mutter tot war. Er sah
sie blutig vor ihrem Schreibtisch liegen. Die kleine Arme, tot in ihrer
Wiege.
Der Mann ging von der Terrasse den seichten Hügel in den Garten hinab,
und durchschritt die Regenbogenfontänen langsam. Antoine starrte ihn
mit zitterndem Atem an. „Dreh dich um! Dreh dich um! Geh zurück ins
Haus! Dreh dich um!", wiederholte er innerlich immer wieder. Der Mann
blieb einige Schritte vor dem Gebüsch stehen und blickte Antoine in
die Augen.
Antoine schaute in das hagere, knochige Gesicht des Bärtigen, in die
dunklen, flackernden Augen, in den Hass in seinem Herzen und in den
Entschluss, den Jungen in dem Gebüsch mit der Axt zu zerschmettern.
Antoine schloss die Augen und begann zu weinen. Etwas verließ sein Herz
und schwebte dorthin, wo seine Mutter jetzt sein mußte. Innen war alles
ganz leer und frei. Antoine war bereit, nichts mehr zurückzulassen,
außer seinem Körper.
Nach einer Ewigkeit öffnete Antoine die Augen. Die Terrassentür stand
offen und bewegte sich leicht im Wind. Das Haus war wieder still. Und
Antoine war allein.
Antoine
war 12 Jahre alt, als seine Mutter und seine kleine Schwester umgebracht
wurden. Er erfuhr, dass die Mörder sich Groupe islamique armé
oder GIA nannten. Er erfuhr, dass die Morde nur zwei in einer langen
Reihe waren. Angeblich wollten die Männer mit ihrer Tat dagegen protestieren,
dass eine Wahl ungültig gemacht worden ist, die die Islamisten im Dezember
des Vorjahres gewonnen hatten. Angeblich war sein Vater das Hauptziel
des Anschlags gewesen. Man sagte, dass er Glück gehabt habe, wieder
bei einem seiner plötzlichen Aufträge unterwegs gewesen zu sein. Antoine
verstand nicht, wie man aus Protest zwei Menschen umbringen kann. Er
wusste nur, dass Louisa und Anne noch leben würden, wenn Said da gewesen
wäre.
Das Leben
danach war natürlich anders. Wenn Antoine von 'Danach' spricht,
weiß jeder seiner Freunde, was er damit meint. Antoine hasste und fürchtete
die Mörder seiner Mutter und Schwester. Er träumt noch heute von seiner
Hilflosigkeit und macht sich Gedanken darüber, ob er seiner Familie
hätte helfen können. Seitdem treibt Antoine der Gedanke nach größtmöglichem
Streben an. Für Antoine war immer alles möglich, wenn er es nur wirklich
wollte. Das schuldete er seiner Mutter und Schwester. Andererseits lag
dahinter auch immer die Sehnsucht verborgen, sich zu quälen. Er hatte
damals versagt, er würde nie mehr versagen dürfen.
Antoines
Vertrauen zu »einem Vater war gebrochen. Er hatte seine Familie im Stich
gelassen. Said versuchte zwar, das Verständnis seines Sohnes zu gewinnen,
war aber selbst ein zu verschlossener Charakter. So blieb zwischen Vater
und Sohn stets große Distanz. Besonders übel nahm Antoine seinem Vater,
dass er unfähig war, seine Trauer über den Verlust seiner Frau und seines
Kindes auszudrücken,
Nach zwei
Jahren erhielt Said das Angebot der Regierung, als Sicherheitsberater
der algerischen Botschaft in Frankreich zu arbeiten. Als Antoine 14
Jahre alt war, mußte er alle Verbindungen zu seinem Heimatland abbrechen
und mit seinem Vater nach Frankreich ziehen. Algerien zu verlassen,
fiel Antoine nicht wirklich schwer. E« gab nur wenige Orte, an die er
besonders wichtige Erinnerungen geknüpft hatte. Überschattet wurde alles
von dem Mord an feiner Mutter und Schwester, von den innenpolitischen
Unruhen nach der Wahl 1991. Überall war Polizei und Militär präsent.
Es gab militärische Kontrollpunkte, Attentate, Massaker. Trotzdem war
Antoine nicht bedingungslos erleichtert, als sein Vater ihm mitteilte,
daß sie wegziehen würden. Ein Teil von ihm fühlte sich so, als wurde
er vor seiner Angst weglauten wie der kleine Junge, der sich damals
im Gebüsch versteckt hatte.